Die Berberitze

24. November 2013
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Heil- und Nutzpflanzen

Dieses Gewächs wird auch Sauerdorn oder Essigbeere genannt. Berberitzen sind in Europa und Asien verbreitet, aber nicht in Skandinavien und auf den Britischen Inseln.
Die Gewöhnliche Berberitze ist ein sommergrüner Dornstrauch, der bis drei Meter hoch wird. Die Rinde ist außen gelbbraun bis grau, innen leuchtend gelb. Die Dornen schützen vor Tier-Verbiß. Sauerdorn blüht im Mai – Juni gelb in hängenden Blütentrauben, die aber nicht wohlriechend sind. Im Notfall kommt es zur Selbstbestäubung, ansonsten nimmt die Pflanze Insekten in Anspruch.
Die im Herbst reifenden Früchte sind scharlachrote Beeren, die wie schlanke Hagebutten wirken, aber viel kleiner sind. Sie sind quietschesauer durch enthaltene 6 % Apfelsäure, aber sehr vitaminreich (besonders Vitamin C).

Berberitze (Berberis vulgaris) (Tafel aus: "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz"; 1885; O.W.Thomé; Quelle: BioLib.de)

Berberitze (Berberis vulgaris) (Tafel aus: “Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz”; 1885; O.W.Thomé; Quelle: BioLib.de)

Der Sauerdorn bevorzugt kalkhaltige Böden und möchte trockene bis mäßig feuchte Standorte. Er kommt sowohl mit Licht als auch mit Halbschatten zurecht und steht deswegen an Waldrändern, in lichten Auen oder in Hecken. Zu kalt sollte es auch nicht sein.
Sauerdorn ist ein Zwischenwirt für den Getreideschwarzrost – einen schädlichen Pilz – und wurde daher ab dem 18. Jhdt. stellenweise fast ausgerottet. Damals brach in Frankreich zwischen Bauern und Konfitüren-Kochern ein heftiger Streit um die Essigbeere aus.
Die Berberitze ist eine Heil- und Giftpflanze. Berberin und Berbamin führen zu Nasenbluten, Benommenheit und Atemnot – sind aber in Früchten und Samen nicht enthalten. Die wirksamen Bestandteile sind besonders in der Rinde zu finden (aber auch in Holz und Blättern).
Man verwendet Sauerdorn bei Leberfunktionsstörungen und Gallenleiden, er senkt den Blutdruck und hilft nachweislich bei akuter Bauchspeicheldrüsen-Entzündung. Dazu werden Rindenabkochungen als Tee verwendet. In Augentropfen wird das Berberin bei Bindehaut-Entzündungen angewandt. Schon Plinius empfahl bei Durchfall ein Sauerdorn-Kompott, und im Alten Ägypten sollten Essigbeeren das Fieber drücken. Aus dem Orient kommt auch der Name der Pflanze: Berberi bezeichnet im Arabischen eine Muschel – die Blütenblätter sollen an Muscheln erinnern.
Rinde und Wurzel verwendete man früher zum Gelbfärben von Stoffen, Leder und Holz.
Das Holz ist für Einlegearbeiten und zum Drechseln geeignet.
In der Küche kann man Sauerdorn natürlich auch verwenden: als Konfitüre oder Gelee, oder als getrocknete Zutat ähnlich den Rosinen in manchen orientalischen Gerichten.

© Amhara zu Agorá

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