Drahtzieher

24. Juni 2012
Von

Handwerker

 

Drähte werden von Drahtziehern aus Metall, zum Beispiel aus Eisen, Kupfer, Gold oder Silber, hergestellt. Das Verfahren der Drahtherstellung hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Rund vorgeschmiedete Stangen (heute aus warmgewalztem Draht) werden durch das Hol, eine sich verjüngende Öse, mit Hilfe eines Zieheisens kalt gezogen. Es ist fast nie möglich, das Endmaß in einem Arbeitsgang zu erreichen, daher wird der Draht in  mehreren Arbeitsgängen gezogen. Um die Elastizität des Materials zu erhalten, wird das Metall zwischen den einzelnen Ziehvorgängen ausgeglüht. Die besondere Kunst war es, das Ziehhol so zu gestalten, dass mit wenig Reibung und Kraftaufwand der Draht gezogen werden kann.

Werkstatt des Drahtziehers im Mittelalter

Werkstatt des Drahtziehers im Mittelalter (Quelle: Wikipedia)

Bis Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Draht ausschließlich durch Muskelkraft gezogen. Der Drahtzieher saß auf einer Schaukel und zog Stück für Stück, sich auf der Schaukel zurückstemmend, mit einer Zange den Draht durch das Zieheisen. Damit wurden Drahtstärken bis 1 mm erreicht. Feinere Drähte wurden dann mit Handkurbeln an Ziehtrommeln erreicht. Das funktionierte, weil, je dünner der Draht wird, desto weniger Kraftaufwand beim Ziehen benötigt wird.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die ersten wasserbetriebenen Drahtmühlen entwickelt. Die durch Wasserkraft angetrieben Kurbelwellen zogen über ein Zugseil die sich automatisch schließenden Zangen, mit denen der Draht gefasst wurde. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich an der Technik der Drahtherstellung wenig.

 

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