Burg Normannstein

9. September 2012
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Burgen und Schlösser

 

Diese gut erhaltene Burgruine findet man oberhalb der Stadt Treffurt an der Werra, welche unmittelbar an der Landesgrenze zu Hessen liegt. Die Burg ist eine sogenannte Spornburg.

Man geht davon aus, dass die Burg ab dem 9. Jhd. errichtet wurde, um dort aus einen Abschnitt des Werratales zu kontrollieren. Zunächst stand hier nur ein Beobachtungsturm (eine sogenannte Warte). Der heute noch bestehende Rundturm hatte lediglich eine Untermauerung. Um das Jahr 1200 wurde Burg Normannstein vom Adelsgeschlecht der Ritter zu Treffurt zu einer Burg umgebaut. Zu dieser Zeit entstanden die beiden viereckigen Türme, der Torbau sowie der Knappenbau. Später kam eine Vorburg hinzu, die von einer Ringmauer geschützt wurde. All diese Gebäude wurden aus Muschelkalk-Steinen gebaut. Um Angriffen vorzubeugen, baute man nördlich der Burg einen tiefen Halsgraben.

Burg Normannstein

Titel: Burg Normannstein
Foto: michael schnittger treffurt
Original-Datei: Normannstein treffurt 02 10 2008
Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
(Quelle: Wikipedia)

Die Burg wurde von den Treffurter Rittern als Wohnsitz genutzt. Diese Ritter standen im Dienst der Landgrafen von Thüringen aus Eisenach. Ihre Aufgabe war es, die Dörfer der Umgebung zu verwalten. Später, zur Wende zum 14. Jhd., wurden sie zu Raubrittern, die immer wieder die Dörfer im thüringisch-hessischen Grenzgebiet plünderten. Dies führte zu einer Belagerung der Stadt und Burg durch den Erzbischof von Mainz und den Landgrafen Thüringens und Hessens. Im Jahr 1333 verließen die Ritter die Burg gezwungenermaßen, sie kehrten aber bald zurück. Dies führte zur erneuten Belagerung, was im Jahr 1336 mit der endgültigen Vertreibung der Ritter von Treffurt endete. Ihr gesamter Besitz wurde danach von Thüringen, Hessen und Mainz gemeinsam durch Amtsleute verwaltet. Diese wohnten dann auch auf der Burg.

Burg Normannstein - Viereckturm

Titel: Burg Normannstein – Viereckturm
Foto: Michael Sander
Original-Datei: Turm1 Burg Treffurt
Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
(Quelle: Wikipedia)

 

Burg Normannstein - Rundturm

Titel: Burg Normannstein – Rundturm
Foto: Michael Sander
Original-Datei: Turm2 Burg Treffurt
Lizenz: creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
(Quelle: Wikipedia)

Im Jahr 1417 ergänzte man den Kapellenbau. Später im ausgehenden Mittelalter verließen die Amtsleute die Burg, die daraufhin zum Steinbruch verkam. Erst zu diesem Zeitpunkt tauchte der Name „Normannstein“ auf. Im Jahr 1894 kaufte Gustav Döring die Ruine und errichtete eine Gaststätte im Kapellengebäude.

Zwischen den Jahren 1921 und 1933 nutzte man die Burg für Großveranstaltungen des Bundes Neudeutschland. Im Jahr 1971 musste man die Gaststätte schließen. Dies lag vor allem daran, dass man nur umständlich mit Sondergenehmigung dorthin gelangte, was damit zu tun hatte, dass sie zu nah an der innerdeutschen Grenze lag.

Im Jahr 1975 wurde die Burg durch den Jugendklub der Stadt Treffurt genutzt. Dieser führte kleine Instandhaltungsarbeiten durch. Dadurch wurde die Burg vor weiterem Verfall geschützt. Nach der Wiedervereinigung wurde die Burg von 1995 bis 2006 saniert, heute nutzt man die Burg als Museum. So kann man zum Beispiel im großen Viereckturm die Ausstellung „Werraburgen über Werrafurten“ betrachten. Heute ist die Burg im Besitz der Stadt Treffurt. Seit 2008 kann man das Restaurant der Burg wieder besuchen.

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