Einen Blick/ein Auge riskieren

30. März 2014
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Sprichwörter und Redewendungen

Wer kennt es nicht, mal eben zum Nachbarn rüber schauen oder an einer Unfallstelle möglichst viel sehen, ohne dabei erwischt zu werden? Man riskiert ein Auge, man schaut also hin, wo man nicht hinschauen sollte.

Den Ursprung hat diese Redensart im Mittelalter. Sie entstand, als die Ritter in voller Rüstung in den Kampf oder ins Turnier zogen.

Ein voll gerüsteter Ritter trug natürlich auch einen Helm. Damit dieser den Kopf optimal schützt, durfte der Helm möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Jede Öffnung bot auch eine ungeschützte Stelle an. Die Helme hatten aus diesem Grund oftmals nur sehr kleine Sehschlitze oder –öffnungen. Die Ritter hatten daher nur eine sehr eingeschränkte Sicht und ritten nahezu blind gegen den Gegner an. Nicht selten hob ein Ritter kurz sein Visier und verschaffte sich einen schnellen Überblick. In diesem kurzen Moment hob der Ritter den Schutz seines Helms auf. Er riskierte im wahrsten Sinne des Wortes sein Auge.

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